26.01.2018

Trafo der Superlative nimmt Kurs von Nürnberg auf China

Quelle: ZÜST & BACHMEIER PROJECT GMBH.
Etappe 1 für den ersten Weltrekord Trafo. Die nur wenige km lange Strecke wurde in der Nacht zum Donnerstag per Schwerlast-LKW und in Schrittgeschwindigkeit vom Siemens Transformatorenwerk zum bayernhafen Nürnberg bewältigt.

Nürnberg, 26. Januar  2018 – Superlative ist man vom Team bayernhafen Nürnberg und Züst & Bachmeier Project GmbH für ”Schwergewichte” des Siemens Transformatorenwerks Nürnberg ja fast schon gewohnt. Doch der Trafo, der heute von Nürnberg auf die Reise nach Nordchina ging, schlägt alle Rekorde. Und er ist nur der erste einer Reihe von insgesamt vier Giganten, die 2018 ihre Weltreise in Nürnberg antreten.

Der Reihe nach: Zwischen den chinesischen Metropolen Changji und Guquan liegen 3.284 km, eine Strecke etwa so lang wie von Lappland nach Barcelona. Changji und Guquan werden 2018 mit einer Hochspannungs-Gleichstromübertragungsstrecke (HGÜ) verbunden, die eine Übertragungsgleichspannung von 1.100 Kilovolt (kV) hat – weltweit die größte und erste HGÜ dieser Art. Siemens fertigt dafür unter Führung seines Trafowerks in Nürnberg in Zusammenarbeit mit seinem chinesischen HGÜ-Transformatorenwerk in Guangzhou die weltweit ersten 1100-kV-Stromrichtertransformatoren - mit einer Leistung von 587,1 Megavoltampere die leistungsstärksten der Welt. Der erste dieser Giganten ging gestern vom Siemens Trafowerk Nürnberg über den bayernhafen Nürnberg, der zur bayernhafen Gruppe gehört, auf die Reise nach China.

Ein Trafo der Superlative: 535,5 Tonnen (t) bringt er auf die Waage – und die Maße von 13,6 m x 6,14 m x 5,9 m sind nicht minder beeindruckend. Die gesamte logistische Kette managt die im bayernhafen Nürnberg ansässige Züst & Bachmeier Project GmbH: inklusive Straßentransport vom Siemens Transformatorenwerk Nürnberg zum bayernhafen Nürnberg, Umschlag aufs Binnenschiff, Reise auf der Wasserstraße nach Antwerpen (BEL), Umschlag aufs Seeschiff und Seefracht bis China.

Etappe 1 fand diese Nacht auf der Straße statt, 8 km vom Siemens Transformatorenwerk zum bayernhafen Nürnberg mit den Schlüsselstellen der Bahnunterführung Minervastraße sowie verschiedenen Brückenbauwerken – der Transport erfolgte mittels einer speziellen Seitenträgerbrücke. Die Maße des dabei zum Einsatz kommenden Fahrzeugs waren 64,30 (!) m x 7,45 m x 6,45 m, bei einem Gesamtgewicht von 875 to, so viel wie 750 Kleinwagen. Bis zum Morgen wurde der Trafo im Schwerlast-Logistik-Zentrum von Züst & Bachmeier im bayernhafen Nürnberg geparkt; am Vormittag erfolgte dann der Umschlag des Mega-Trafos per hydraulischer Litzenhubanlage aufs Binnenschiff. Die Reise nach Nordchina erfordert insgesamt rund drei Monate.

”Der heutige Transport zeigt, wie wichtig das hochmoderne trimodale Güterverkehrszentrum bayernhafen Nürnberg für unsere Stadt als Industriestandort ist. Nürnberg hat erstklassige Bedingungen für Schwergut-Lieferungen in die ganze Welt. Hier sind Profis am Werk”, sagt Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, der auch Vorsitzender des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein Rhein-Main-Donau e.V. ist.

Er hebt dabei die Bedeutung der Wasserstraße für den Industriestandort hervor ”Das Siemens-Trafowerk kann die großen Hochleistungs-Transformatoren nur deswegen in Nürnberg produzieren, weil sie von hier sicher und zuverlässig auf der Wasserstraße abtransportiert werden können.”

„Schwergut-Kompetenz ist ein entscheidender Standortfaktor für die exportstarke Industrie in der Region Nürnberg”, sagt Alexander Ochs, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des bayernhafen Nürnberg, der Hafen Nürnberg-Roth GmbH, ”wir stehen als bayernhafen Nürnberg an der Seite von Kunden wie Züst & Bachmeier Project GmbH, damit diese für ihre Kunden Anlagentechnik made in Germany zu Bestimmungsorten weltweit liefern können. Wasserstraße plus leistungsstarke Umschlagstechnologie – diese Kombination hat sich erneut hervorragend bewährt.“

„Giganten sind Millimeterarbeit”, sagt Karl-Heinz Webersberger, Geschäftsführer der Züst & Bachmeier Project GmbH, ”in der Vorbereitung und in jedem Moment der Durchführung. Die ersten beiden Abschnitte der logistischen Kette – den Straßentransport vom Werk zum bayernhafen Nürnberg und den Umschlag aufs Binnenschiff – haben wir wie geplant durchgeführt. Jetzt managen wir verantwortlich die weiteren Abschnitte der Reise nach China und freuen uns heute schon auf den nächsten Giganten.”

Quelle: ZÜST & BACHMEIER PROJECT GMBH.
Am Donnerstagvormittag fand dann letztlich die Verladung des Giganten aufs Binnenschiff statt.
Quelle: ZÜST & BACHMEIER PROJECT GMBH.
Ankunft des Schwergewichts am Donnerstagmorgen im bayernhafen Nürnberg.
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