03.02.2017

Erfolgsmodell Schwergut: Umschlag + Wasserstraße

bayernhafen Nürnberg und Züst & Bachmeier punkten beim Schwergut

Etappe 1 für die beiden Trafos: die nur wenige km lange Strecke per Schwerlast-LKW vom Siemens Transformatorenwerk zum bayernhafen Nürnberg. Die Stadt Nürnberg hat hier vorausschauend bereits im Jahre 2011 dafür gesorgt, dass verkehrskritische industrie- und hafenbezogene Straßeninfrastrukturen schwerlasttauglich gemacht wurden.

Zwei 400-Tonnen-Transformatoren des Siemens Transformatorenwerks Nürnberg gehen auf den Weg nach Dubai. Ein Fall für den Schwergut-Spezialisten Züst & Bachmeier Project GmbH im bayernhafen Nürnberg.

Das Thermometer in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2017 im bayernhafen Nürnberg zeigt -17 Grad, nach strengem Frost bereits seit Tagen. Eisschollen-Wetter. Härtest mögliche Bedingungen für einen Schwergutumschlag aufs Binnenschiff, für Schleusen und Fahrrinnen. Doch die Schwergut-Spezialisten der Züst & Bachmeier Project GmbH im bayernhafen Nürnberg wissen, was sie tun – gerade wenn’s schwer wird, schlägt ihre Stunde. Diesmal geht’s um zwei Siemens Trafos für eine Offshore-Plattform, die in Dubai gefertigt und anschließend in die deutsche Nordsee zur Anbindung eines Offshore Windparks ans deutsche Stromnetz verbracht wird. Die zwei Schwergewichte haben es in sich: Beide bringen jeweils exakt 398 Tonnen auf die Waage, und auch die Maße können sich sehen lassen: 1180 x 391 x 510 cm.

Drei Etappen haben die beiden Trafos vor sich: die nur wenige km lange Strecke per Schwerlast-LKW vom Siemens Transformatorenwerk zum bayernhafen Nürnberg, der zur bayernhafen Gruppe gehört, dann per Binnenschiff über Main-Donau-Kanal, Main und Rhein nach Antwerpen und von dort per Seeschiff nach Dubai. Die „Schlüsselstelle“ des Transports ist der Umschlag vom Schwerlast-LKW aufs Binnenschiff im bayernhafen Nürnberg: Hier betreibt Züst & Bachmeier seit Mitte 2012 ein hydraulisches Litzenhubsystem, mit dem Schwergewichte von bis zu 600 t absolut synchron an vier Stahltrossen aufs Binnenschiff verladen werden können.

„Das hydraulische Litzenhubsystem ist prädestiniert für den Umschlag von Turbinen, Großtransformatoren, Fahrzeugen und Maschinen aufs Binnenschiff“, sagt Karl-Heinz Webersberger, Geschäftsführer der Züst & Bachmeier Project GmbH, „so reisen schwere und großformatige Produktionsgüter von Nürnberg sicher zu Kunden in alle Welt.“ Im Herbst 2017 kommt ein noch dickerer Brocken von rund 540 t. Karl-Heinz Webersberger: „Die Teile werden immer schwerer, wir sind gewappnet.“

„Unternehmen der Anlagentechnik und des Maschinenbaus in der Europäischen Metropolregion Nürnberg und darüber hinaus profitieren von dieser Schwerlast-Kompetenz“, sagt Alexander Ochs, Prokurist der bayernhafen Gruppe und Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des bayernhafen Nürnberg, der Hafen Nürnberg-Roth GmbH, „dies schafft Planungs- und Standortsicherheit. In Kombination mit einer leistungsstarken Umschlagstechnologie ist das System Wasserstraße entscheidend wichtig für die exportstarke regionale Industrie.“

Züst & Bachmeier erweitert seine Schwerlast-Services

„Unsere Schwergut- Umschlagstechnologie wird intensiv nachgefragt“, sagt Karl-Heinz Webersberger, „viele unserer Kunden äußern dabei auch Bedarf nach weiteren Schwergut-Dienstleistungen wie zum Beispiel sichere Lagerflächen. Wir entwickeln daher den kompletten Schwergutverladeplatz im bayernhafen Nürnberg einschließlich der Roll-on-Roll-off Anlage zu einem trimodalen Schwerlast-Logistik-Zentrum (SLZ).“

Stufe 1 dieses Ausbaus ist 2015 bereits erfolgt: Damit stellt Züst & Bachmeier seinen Kunden AEO-zertifizierte und entsprechend gesicherte Schwergutlagerflächen zur Verfügung. Ein AEO-(Authorized Economic Operator) zertifiziertes Unternehmen, im Deutschen bekannt als „Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter“, ist durch die Zollbehörden zugelassen und sichert so die internationale Lieferkette vom Hersteller bis zum Endempfänger.

„Im Bereich der Vormontage sehen wir großes Potenzial“

Für die Entwicklung weiterer Schwergut-Services hat Züst & Bachmeier jetzt eine Potenzialanalyse auf den Weg gebracht. „Wir wollen zusammen mit unseren Kunden analysieren, welche zusätzlichen Services in der Schwergut-Logistikkette Sinn geben. Auf Basis der Ergebnisse werden wir dann unseren Schwergutverladeplatz um weitere Dienstleistungen erweitern. Gerade im Bereich der Vormontage sehen wir großes Potenzial. So könnten dann Anlagen wie Trafos, Industriepressen oder Ähnliches teilmontiert angeliefert und bei uns montiert werden. Dies spart der Industrie Montage- und Lagerplatz und erhöht so die Flexibilität der logistischen Kette.“

„Natürlich stehen wir Züst & Bachmeier bei der Entwicklung des Schwergutverladeplatzes zu einem trimodalen Schwerlast-Logistik-Zentrum zur Seite“, sagt Alexander Ochs, „dies betrifft die Flächeneffizienz wie auch die Marktstudie. Wir sind gemeinsam unterwegs, um die Schwerlast-Kompetenz im bayernhafen Nürnberg noch einmal zu steigern.“

„Ein weiterer Pluspunkt für den Logistik-Standort Nürnberg“

„Im Schwerlast-Logistik-Zentrum im bayernhafen Nürnberg werden neben Umschlagsaktivitäten für bis zu 600 t schwere Lasten wie Transformatoren, Turbinen oder sperrige Maschinenteile auch neue Mehrwertservices rund um das Schwergut angeboten", sagt Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau e.V.: „So entsteht zusätzliche Wertschöpfung am Hafenstandort." Zudem schont die Verlagerung auf das umweltverträglichere Binnenschiff nicht nur die Umwelt, sondern sichert auch den Transport von Nürnberg zu den Seehäfen und damit in die entlegensten Länder der Welt. In puncto Angebotsvielfalt, Planungssicherheit durch ständige Verfügbarkeit und Flexibilität im Schwergutumschlag macht das System den bayernhafen Nürnberg noch attraktiver für Industrieunternehmen in der Stadt und Metropolregion Nürnberg. Ein weiterer Pluspunkt für Nürnberg, nicht nur als Logistikstandort, sondern auch als Industriestandort. Die Stadt Nürnberg hat ihren Teil geleistet, indem vorausschauend verkehrskritische industrie- und hafenbezogene Straßeninfrastrukturen im Jahr 2011 schwerlasttauglich gemacht wurden", so Dr. Fraas.

Die Züst & Bachmeier Project GmbH …

… beschäftigt sich seit über 100 Jahren als mittelständisches Familienunternehmen mit der internationalen Transportlogistik für den Anlagen- und Maschinenbau - seit 2016 gehört das Unternehmen zur Universal Transport-Gruppe. Die Arbeit beginnt bereits vor dem eigentlichen Transport: mit einer durchdachten Planung, ausführlichen Streckenstudien und Transportsimulationen. Leistungsversprechen ist die sichere und termingerechte Lieferung von Anlagen und Anlagenkomponenten im vorgegebenen Leistungsumfang. Dies umfasst insbesondere die Abwicklung komplizierter Groß- und Schwertransporte bis zur Empfangsbaustelle sowie das Verbringen von Großkomponenten auf Fundament. An allen Schnitt- und Umladestellen werden die Transporte durch Züst & Bachmeier Spezialisten direkt vor Ort überwacht.


Der bayernhafen Nürnberg ...

... zählt heute zu Europas wichtigsten Güterverkehrs- und Logistikzentren. Auf einer Gesamtfläche von 337 Hektar bilden mehr als 200 Unternehmen mit rund 6.700 Arbeitsplätzen einen bunten Branchenmix aus Transport und Logistik, Umschlag, Recycling, Industrie, Handel, Lagerung und verkehrsrelevanten Servicedienstleistern. Zur bayernhafen Gruppe gehören die sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. Die Lage an wirtschaftsgeografisch bedeutenden Knotenpunkten kombiniert mit einer effizienten Verknüpfung der Verkehrswege Wasser, Schiene und Straße zeichnet die Standorte aus. In 2015 wurden insgesamt an den Standorten der bayernhafen Gruppe 30,73 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen (davon 3,44 Mio. Tonnen per Schiff, 6,27 Mio. Tonnen per Bahn, 21,02 Mio. Tonnen per Lkw).

Die bayernhafen Gruppe ist ein aktiver Moderator für die Entwicklung von Logistiklösungen und Netzwerken. Sie agiert als Standortarchitekt, der unternehmens- und standortübergreifend Strategien entwickelt, in hochflexible Infrastruktur investiert und in enger Zusammenarbeit mit den Hafenansiedlern neue Wertschöpfungspotenziale erschließt. Ziel ist es, die Position der Häfen als Logistikstandorte und Drehscheiben für den weltweiten Warenaustausch weiter zu stärken. Ein strategisches Flächenmanagement gewährleistet dabei einen Branchen-Mix aus Transport, Lagerung, Logistik, Dienstleistung und Produktion.

800 Hektar Gesamthafenfläche und über 400 ansässige Unternehmen mit mehr als 13.000 Beschäftigten machen die bayernhafen Gruppe zudem zu einem der leistungsstärksten Logistik-Netzwerke in Europa und zu bedeutenden Wirtschaftsmotoren in Bayern. Die bayernhafen Gruppe selbst beschäftigt 210 Mitarbeiter. Betreiber der Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Regensburg und Passau ist die Bayernhafen GmbH & Co. KG. Geschäftsführer ist Joachim Zimmermann. Die Standorte Nürnberg und Roth werden von der Hafen Nürnberg-Roth GmbH betrieben, an der die Bayernhafen GmbH & Co. KG mit 80 Prozent, die Stadt Nürnberg mit 19 Prozent und die Stadt Roth mit einem Prozent beteiligt sind.

Ansprechpartner für die Presse:

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Elke Wechsler                                                                                               Marketing / Unternehmenskommunikation                                                       Rotterdamer Str. 2
90451 Nürnberg
Tel.: + 49 (0) 911-64294-26
Fax: + 49 (0) 911-64294-10
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Züst & Bachmeier Project GmbH
Internationale Spedition
Karl-Heinz Webersberger
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webersberger@zbproject.de

Fotos

Gerne stellen wir Ihnen folgende Fotos als jpg-Dateien zur Verfügung. Als Quellenangabe verwenden Sie bitte: „Züst & Bachmeier Project GmbH“.

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4

Foto 1 und 2: Nächtliche Trafoverladung am Züst & Bachmeier Schwergutverladeplatz im bayernhafen Nürnberg – bei -17 Grad Celsius  wechseln zwei jeweils 398 Tonnen schwere Transformatoren vom LKW aufs Binnenschiff. Wegen der derzeit niedrigen Wasserstände sind es zwei Binnenschiffe, die die beiden Trafos über Main-Donau-Kanal, Main und Rhein nach Antwerpen bringen. Von Antwerpen werden die Trafos dann nach Dubai verschifft und dort in eine Offshore-Plattform eingebaut, die danach in die deutsche Nordsee zur Anbindung eines Offshore Windparks ans deutsche Stromnetz verbracht wird.

Foto 3: Normalerweise fahren Binnenschiffe in rund sieben Tagen über Main-Donau-Kanal, Main und Rhein nach Antwerpen – wegen des strengen Frosts mit teilweise vereisten Fahrrinnen und Schleusen könnte es diesmal ein wenig länger dauern.

Foto 4: Die zwei für den Schwergut-Standort Nürnberg: v.l. Karl-Heinz Webersberger, Geschäftsführer der Züst & Bachmeier Project GmbH und Alexander Ochs, Prokurist der bayernhafen Gruppe und Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des bayernhafen Nürnberg, der Hafen Nürnberg-Roth GmbH. Quelle „bayernhafen“

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